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FrageJemand Erfahrungen im Kinderheim Heimeli in Unterägeri ZG

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Wer hat Erfahrungen von 1962-1968 im Kinderheim Heimeli in Unterägeri gemacht.
Was für Klosterfrauen arbeiteten dort?
Wer kennt das Lied vom Heimeli?
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13 Antworten

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Warum fragst du??
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Auf dieser Seite findest du einen Bericht zum Kinderheim Heimeli:
www.ggz.ch/_local/ggz-top/100jahre.htm

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Das Heimeli kommt mir immer wieder in den Sinn. Ich war im Sommer 1974 während drei Wochen dort, weil ich angeblich fast nichts zum Essen gern hatte. Meine Eltern waren ratlos, also schickten sie mich Achtjährigen ins Heimeli. Damit ich endlich lernte, alles zu essen - oder eben zu verhungern.
Am Anfang war ich in einem 6er Zimmer mit lustigen Kollegen zusammen. Aber schon nach etwa 3 Tagen wurde ich in ein altes Annex verfrachtet, wo ein anderer Bub war, der immer Angst hatte in der Nacht. Leider entpuppte er sich schnell als brutaler Typ, der mich zwei Wochen lang plagte… Irgendwann rastete ich dann aus und schlug ihn auf seinem Bett zusammen. Und dann kam natürlich genau die Oberschwester ins Zimmer. Sie schickte mich während der ganzen nächsten (nächtlichen) Stunde auf den Gang, um dort meine Sünden abzubüssen.
Nun, ich überlebte auch diesen Heimaufenthalt und kehrte nach drei Wochen erleichtert zurück. Essen tat ich fortan etwas besser. Zu Hause dann die nächste - diesmal eine positive - Überraschung: Mein älterer Bruder war von einem dreijährigen Südafrika-Aufenthalt zurück gekommen! So rückte meine Heimeli-Erfahrung in den Hintergrund.

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Hallo Hirnschlag
Ich 9 Jahre und mein Bruder 8 Jahre waren auch im Sommer 1974 im Heimeli muss so vom April - Oktober gewesen sein.
Wieso wir dort waren wissen wir leider nicht mehr.
Wir haben auch ein Jungen in Erinnerung der brutal war.
Mein Bruder weis noch das wir nach dem Essen auf eine Veranda liegen gehen mussten.
Gruss Bikekusi
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Bei mir war es ca.1963, aus ähnlichen Gründen! Meine Mutter hatte selber Probleme und ist mit mir nicht mehr klargekommen. Ab ins Heimeli! Habe heute noch Herzklopfen, wenn ich an die merkwürdigen Bräuche und Strafen denke. Das mit dem Gang in der Nacht, barfuss und im Nachthemd, kenne ich auch! Kennt jemand noch den Heimelistempel? Bei mir waren es damals eine Sr. Alwina und eine Sr. Judith, die aber beide schon alt waren. Habe immer noch einen Hass auf alles was mit Klosterfrauen und dem ganzen katholischen Zeugs zu tun hat. Nach so vielen Jahren habe ich immer noch den Geruch der kratzigen Wolldecken auf den Liegebetten auf der Terrasse in der Nase.
Habe mein Leben gut im Griff, aber nie, nie, nie hätte ich eins meiner Kinder in ein Heim gegeben, nicht für eine Stunde und schon gar nicht ins Heimeli! So kleine Kinder können nichts dafür, wenn die Eltern nicht klarkommen!

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Hallo... auch ich war 1963 im Heimeli und kann mich noch sehr genau an diese Zeit erinnern. Leider habe ich zu niemandem mehr Kontakt, es war für mich eine traurige Zeit... Gewiss erinnere ich mich noch an die strengen (alten) Schwestern Alwina und Judith, auch der Arzt war damals sehr alt, und ich fürchtete mich vor ihm. Einzig eine Schwester Margrith (sie war etwas jünger) war etwas netter zu den Kindern. Ich musste oft wegen Kleinigkeiten ganz alleine hinter dem Haus auf die "Liege", ich war ganze 6 Monate im Heimeli und erinnere mich noch an folgende Kinder-Namen: Anton aus Schaffhausen, Jean Pierre, Patrick aus Herzogenbuchsee, Isabelle, Emch Konrad mit Schwester aus Deitingen. Wäre wohl nett sich mal zu treffen....
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Ich habe mit meiner Schwester auch Erfahrungen im "sogenannten" Heimeli gemacht. Wir waren 58 Tage im Heimeli. Wir wurden getrennt und ich habe meine Schwester in dieser Zeit nie gesehen. Einmal hatte ich ein Fieberthermometer (mit vier Jahren) zerbrochen. Ich wurde für unbestimmte Zeit in einen schmalen Schrank eingesperrt. Was mich heute mit 57 Jahren immer noch begleitet und ich unter Angst- und Panikattaken leide. Das kann nur von dort kommen. Ausserdem leide ich an schweren Depressionen. Es ist traumatisierend, welche Praktiken solche Menschen mit einem machen konnten, ohne dass jemand eingegriffen hatte.

25.06.2015

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Liebe Amelie , hier ist Palme...ich habe auf dieser Seite auch über meinen Aufenthalt hier erzählt . Es tut mir leid , dass Du heute noch Probleme hast , wegen alledem was Du als Kind erleben musstest.lch habe das Heim auch nie vergessen .Wie alleine wir doch waren damals...und niemand sah in unsere traurigen Herzen und trocknete unsere Tränen...ich habe sehr unter meiner eigenen Geschichte gelitten...ich war ein Adoptivkind und habe dies sehr früh erfahren und von jenem Tag an , brach eine Welt für mich zusammen....ich habe nichts verstanden...ich war plötzlich nicht mehr sicher , mein Zuhause behalten zu können . Ich litt unter extremen Angstzuständen...ich träumte , dass mich jemand holen kommen würde und mich von meiner Familie wieder wegnehmen würde...ich könnte Dir so vieles erzählen..und diese ständige Wunde in mir und keiner sah sie. Später , als ich meine eigene Indentität suchen musste .Es war ein langer Weg....heute bin ich aber über alles hinweg und habe zwei wunderbare erwachsene Kinder , die ich über alles liebe . Trotzdem , was man erlebt hat sind Bausteine unseres Ichs....man kann sie nicht einfach wegdenken....sie werden für immer bleiben...liebe Grüsse für Dich Amelie...ich wünsche Dir alles Gute...und denk darab , dass Du geliebt bist...Palme
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Hallo Amélie
Ich 9 Jahre und mein Bruder 8 Jahre waren im Sommer 1974 im Heimeli muss so vom April - Oktober gewesen sein. Wieso wir dort waren wissen wir leider nicht mehr. Wir haben auch ein Jungen in Erinnerung der brutal war. Mein Bruder weiss noch das wir nach dem Essen auf eine Veranda liegen gehen mussten.
Gruss Bikekusi
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Hallo, gestern kam ich auf die ldee mal zu schauen, ob es das Kinderheim Heimeli, in dem ich mal war, noch existiert und stiess dann auf diese Seite. Ich war erstaunt, als ich von diesen Berichten las. Sie erinnern mich an meine eigenen Bilder die ich nie los geworden bin. Alles ist ein wenig lückenhaft in meinen Erinnerungen aber folgendes ist mir geblieben. Das Haus lag direkt an einer Strasse. Man kam dann in eine Eingangshalle und sah dann die Treppe mit Geländer die nach oben zu den Zimmern führte. Diese Treppe sehe ich noch heute vor mir... und wie wir da sassen und auf die Postverteilung warteten. Ich weiss noch, dass ich traurig war, weil ich nie einen Brief bekam. Ich hatte Angst, dass mich meine Eltern, die mich herbrachten, nicht mehr abholen würden. Den Grund, wieso ich dort sein musste, kenne ich bis heute nicht. Aber es hiess oft, dass meine Mutter starke Migräne hatte.. und ich dachte, dass sie Ruhe braucht. Vielleicht war ich damals 6 , 7 oder 8 Jahre alt.. ich weiss es nicht mehr. Bin Jahrgang 65. Aber eines habe ich nie vergessen und zwar das Liegen draussen nach dem Essen, zugedeckt mit Wolldecken. Eine Aufsichtsperson, die auf und ab spazierte und uns tadelte, wenn wir Kinder mit unseren Nachbarn geredet haben. In Reih und Glied mussten wir auf Pritschen nahe der Hauswand diesen Mittagsschlaf absolvieren. An eines kann ich mich auch sehr gut erinnern... ich muss mir eine Mittelohrenentzündung eingefangen haben, weswegen dieser komische Arzt in weissem Kittel und Lampe auf der Stirn mich untersuchen wollte. Aber ich weigerte mich, der hatte mir ganz schön Angst eingejagt. Dann wurde ich deswegen getadelt... es wurde einem oft mit Strafen gedroht, ab und an kam man da dran nicht vorbei. Jedenfalls war ich für ein paar Wochen da und für mich war es schrecklich. Bis heute habe ich diesen Aufenthalt nicht vergessen.. vor allem aber diese lähmende Angst, nicht wieder abgeholt zu werden. Danke, für diese Möglichkeit, dass ich hier auf dieser Seite, erstmals darüber schreiben durfte... Palme... 11. Februar 2016
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Hallo zäme

Ich war ab Mitte Oktober 1970, als 6 jähriges Kind für 3 Monate im "Heimeli". Der Eintrittstag ist mir noch sehr präsent, plötzlich auf der Hinfahrt realisierte ich, dass es sich um mich und nicht um meinen Bruder handelt, ich wusste instinktiv, jetzt passiert irgendetwas, natürlich verneinten meine Eltern auf meine Fragen. Als wir beim Heimeli ankamen spürte ich ein beengendes Gefühl im ganzen Körper, ich hatte Angst vor diesen Nonnen, sie probierten alles mögliche mich von der Hand meiner Mutter loszubekommen, nichts half. Dann im Garten ein Ritiseil, dies war mein Liebstes, zu Hause konnte ich ritiseilen, schloss die Augen und sah das Leben farbenfroh in rosa, gelb, hellblau und hellgrün, (was man vom realen Leben damals nicht sagen kann, wurde ich doch sehr oft geschlagen wegen Bettnässen) Meine Eltern forderten mich auf zum ritiseilen, ich wusste sofort, wenn ich gehe, sind meine Eltern fort, deshalb fragte ich sie, wenn ich zurückkomme, seid ihr noch da? Dies wurde mit Ja beantwortet, ich weiss noch heute wie ich damals dachte, nein, sie sind weg wenn ich zurückkomme, gleichzeitig dachte ich, nein, sie haben gesagt sie sind noch hier. Nach einigem zögern lief ich den Gartenweg zum Ritiseil, schloss die Augen - sah aber keine Farben - als ich zurückkam waren meine Eltern und Bruder weg. Ich weinte und wurde zum ersten mal in die dunkle, kleine Kammer gesperrt bis ich mich beruhigt hatte.
Der Alltag im Heim war sehr streng geführt, so mussten wir während des Essens aufstehen und andächtig Kopfnicken wenn Frau Oberin im angrenzenden Flur, der mit Glas vom Speisesaal getrennt war vorbeiging, dies tat Sie mit Wonne natürlich jeden Tag und während jedem Essen. Ich weigerte mich nach ein paar Tagen zum Aufstehen, als Strafe musste ich das grosse, mit Wasser gefüllte Becken tragen, damit die Tische abgewaschen werden konnten, natürlich verschüttete ich das Wasser beim laufen, ich wurde angeschrien und musste wieder in die dunkle Kammer.
Ab und zu gab es Kastanien an einer braunen oder roten Sauce zum essen, ich hatte den Marronigeschmack nicht gern, wurde aber gezwungen, den Teller leer zu essen was ich tat, musste anschliessend alles erbrechen, als Strafe sollte ich alles selber aufputzen, mir war schlecht und elend, ich weigerte mich was eine Ohrfeige und anschreien und aufputzen zur Folge hatte, anschliessend musste ich in die dunkle Kammer weil ich nicht sauber geputzt habe.
Die Liege ist mir auch noch in guter Erinnerung, es waren wunderbare Sonnentage im November, Schnee lag und wir mussten Mittagsschlaf machen, natürlich ohne zu bewegen, still und ruhig, eine Nonne kontrollierte uns und wehe es wurde geschwatzt.
Beim zu Bett gehen, mussten wir die Zähne putzen und uns waschen, nachher gabs ein süsses Bettmümpfeli, Schokolade, Biscuits einfach alles was Eltern an ihre Kinder geschickt haben, alles wurde verteilt, kein Kind wusste was es von zu Hause bekam. Nach dem Bettmümpfeli mussten wir schlafen, kein Zähneputzen mehr, so hatte ich nach 3 Monaten 8 "glöcherte" Zähne, der Zahnarzt zu Hause sagte zu mir ich sei ein "Sauniggel" und ich mussste auf dem Stuhl liegen, den Mund aufsperren und das weinen unterdrücken währen er ohne zu betäuben eins ums andere bohrte, meine Mutter hörte und sah dies, aber keine Hilfe kam von ihr.

Diesen Heim Doktor im weissen Kittel lernte ich auch kennen, ich erinnere mich sehr gut an das Zimmer wo ich auf einer Pritsche auf dem Rücken lag, ohne Unterwäsche und er einen Metallstab in meine Scheide einführte dabei spürte ich im Unterleib ein kalt und brennender Schmerz, ein paar Nonnen standen daneben und mussten mich festhalten, warum und wozu dies gut war weiss ich bis heute nicht. Hilflos und elend war ich denen ausgeliefert.

Ich weiss, dass ich damals wusste, dass ich kein so böses Kind war und dies alles nicht gerecht ist, hatte aber keine Chance dies jemandem mitzuteilen. Selbst wenn meine Mutter telefonierte stand die Nonne nebenan im Zimmer und hörte genau was ich sagte. Ich habe am Telefon immer wieder gesagt, hier ist es nicht schön, mir gefällt es nicht, worauf die Nonne den Hörer nahm, mit meiner Mutter noch irgendetwas besprach und dann den Hörer einhängte. Auch nach der Heimeli Zeit, ich weiss nicht mehr wer mich anfang Januar 1971 abholte, erzählte ich nichts, mir glaubte sowieso keiner, ich wurde weiterhin geschlagen bis zum 13 Lebensjahr, Nonnen waren sehr gut angesehen, die Katholische Kirche machte ja nur Gutes. Zu Hause mussten wir beten und zur Kirche gehen, zu Hause wurde beim Geringsten geschlagen und wir wurden ungerecht behandelt.

Ich bin heute eine 52 Jährige Frau, habe mich abgegrenzt von meinem Elternhaus, lebe glücklich mit meiner Familie, trotzdem, die tiefen Wunden und Erlebnisse nagen ab und zu und holen mich ein, dann fühle ich mich minderwertig und wertlos, habe Angstgefühle und spüre eine grosse Hilflosigkeit.
Es ist unglaublich was Erwachsene ihren Kindern an Leid zufügen können.

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Liebes Vergissmeinnicht
Ich bin sprachlos...:-( ...kein Mensch und schon gar nicht ein Kind hat so etwas verdient......unglaublich was für ein Einfluss Erwachsene auf Kinder haben, eben auch negativen Einfluss...:-( ...schrecklich...

Ich hoffe du kannst in Frieden leben.... ich wünsche dir alles Gute!
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Es tut mir unendlich leid, was Ihnen passiert ist. Das Tun der Menschen ist an Grausamkeit nicht zu überbieten.
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Und heute sind es die KESB Kinder, denen Unrecht geschieht. Je mehr ich in diesem Sumpf wühle, umso mehr Dreck befördere ich zutage. Und es passiert heute! Anstatt in 50 Jahren Wiedergutmachung zu leisten, reagiert jetzt und unterschreibt die Initiative zur Abschaffung oder im Sommer den Gesetzesentwurf zur Kontrolle der KESB.
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Wirklich sehr sehr traurig
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Hallo.
Ich war mal als Kind um diese Zeit da.
Um was gehts?
Hatte gute Erinnerungen.
Grüße.

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Kann mir gut vorstellen, dass mit dem Kinderheim Heimeli in Unterägeri schöne wie auch weniger schöne Erinnerungen verknüpft sind. War selber auch ein Heimkind (nicht im Heimeli) und durfte zum Glück ganz liebe Säuglings-/Kinderschwestern und Betreuerinnen kennen lernen. Bin darum überzeugt, dass gerade auch in diesem Bereich viel gutes und wertvolles geleistet wurde. Kann mir natürlich auch gut vorstellen, dass nicht alle "Klosterfrauen" gleich "sympathisch" waren.....

Zu bedenken ist auch, dass die damaligen Zeiten generell eher schwierig waren, geprägt von Armut und Überlebenskampf. Zum Beispiel in meinem Kinderheim (vor über 50 Jahren) war eine "Nachschwester" für bis zu ca. 50 Heimkinder verantwortlich (Kinder bis ca. 7 Jahre). Das war dann besonders schlimm, wenn die Kinder krank wurden (z.B. Grippe, Keuchhusten etc.). Also fast unzumutbare Zustände für nur 1 "Aufsichtsperson" die Nacht hindurch! Aber eben, das Geld floss leider noch nicht so in "Strömen" wie heute, wo Milliarden in den Sozialbereich fließen! Kommt hinzu, dass damals wie heute gerade an den Schwächsten und Wehrlosesten am meisten gespart wird....

Aber trotz allem im nachhinein ein herzliches Dankeschön an all die lieben "Schwestern" die zum Teil mit viel Aufopferung für einen "Gotteslohn" diese Betreuungsarbeit geleistet haben...
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Hallo Schönezeiten
Das ist schön zu hören, dass du gute Erinnerungen hast an die Heimeli Zeit. Ich denke, entscheidend war, unter welchen Voraussetzungen wir Kinder ins Heimeli kamen. Bei mich war es ein schrecklicher Moment weil ich nicht wusste warum ich ins Heimeli musste, ich erlebte einen Vertrauensbruch durch meine Eltern, sie waren einfach weg, obwohl sie mir sagten, wir sind noch da wenn du vom Ritiseil zurück kommst. Ich wusste auch nicht ob ich jemals wieder raus kam, und warum gerade ich? Wir waren zu Hause eine grosse Kinderschar.
Ich wollte es herausfinden und habe oft Fragen gestellt, oder Anordnungen nicht befolgt, wie eben das Aufstehen während dem Essen wenn Frau Oberin über den Flur lief.....
Ich mag mich auch an etwas Schönes erinnern, das Schlitteln bei herrlichem Winterwetter in einer langen Schlittelkolonne....
Die Heimeli Erlebnisse habe ich als Kind verdrängt, jetzt holen mich plötzlich Bilder und Erlebnisse ein, ich spüre meine Ängste und das Klemmen im Körper von damals wieder.... Habe aber gelernt, damit umzugehen und dies als Teil von mir zu akzeptieren.
Ich wünsche allen Heimelikindern eine unbeschwerte Erwachsenen Zeit.
Liebe Grüsse
Vergissmeinnicht
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Ich war wegen Asthma immer wieder im Heimeli und oft auch mit meinem 2 Jahren jüngeren Bruder. Das Lied damals, das als Heimeli Lied gesungen wurde hat mir als Vorschulkind sehr gefallen. Vor allem die Melodie. Das war aber auch alles.
Dieser Bruder war vor ca. zweieinhalb Jahren sehr schwer krank und verwirrt. so dass sie ihn im Spital an den Händen anbinden mussten, damit er nicht die Schläuche herausreisst. (Nach Verfügung wollte er Behandelt werden.)
Ich hatte sehr grosse Probleme damit das er an den Händen angebunden wurde. Ein Erlebnis mit dem Heimeli kam in mir hoch. Mein kleiner Bruder damals 3-jährig, ich 5 jährig waren wieder mal im Heimeli. Wir sollten zum Mittagessen unter anderem Spinat essen. Mein kleiner Bruder wollte nicht. Da wurden ihm seine kleinen Hände und Füsse am Stuhl angebunden und sie schoben ihm den Spinat in den Mund. Er erbrach darauf. Trotzdem schoben sie ihm den Spinat mit dem Erbrochenen in den Mund. Das Erlebnis damals stürzte mich in ein Chaos. Hatte grosse psychische Probleme damit. Als ich noch einen Bericht im Fernsehen sah, dass diese Schwestern gelobt wurden weil sie für bedürftige Strickten hatte ich eine Riesenwut im Bauch. Ich hätte sie erwürgen können, weil sie das damals meinem Bruder angetan hatten. Auch zuhause bekamen wir viel Schläge.
Mein Bruder kann sich an dieses Erlebnis im Heimeli nicht mehr erinnern. Hat es wohl verdrängt. Er hat das Angebunden sein im Spital gut verarbeitet. Und ich habe keine Wut mehr auf diese Schwestern. Ich habe all die Wut, den Zorn die Verletzungen Jesus gesagt und ihm auch gesagt dass ich dieser Schwester vergeben will aber nicht kann. Und Gott hat mir dabei geholfen. Immer wieder wenn es in mir hoch kam sagte ich es Jesus und dass er mir helfen soll dieser Schwester zu vergeben. Und er hat mich vor diesem Zorn und Wut befreit. Ich habe schon lange keine Aggressionen mehr gegen sie. Ich weiss nicht ob diese Schwester noch lebt. Auf jeden Fall hoffe ich das sie Ihre Schuld eingesehen hat und mit Gott Frieden geschlossen hat. Jesus befreit von Zorn und Wut, Verletzungen wenn wir es wollen.
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Hallo was damals im Kinderheim Unterägeri passiert ist mit den Heimkindern ist ja grauenhaft! Ich war nicht im Heim, suche aber eine Frau, die einige Jahre im Heim verbracht haben müsste. Weiss jemand etwas über den Verbleib von Brigitte Udech, Jahrgang 1960, im Heim Unterägeri, von ca. 1968 bis 1974?
Danke lieber Gruss
nelken
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Ich (Jahrgang 1957) war vom Winter 1961 bis ca. Mai 1962 im Heimeli. Der Grund war eine Tuberkulose. Gehe davon aus, dass ich als tuberkulöses Kind in einer separaten Abteilung war. Mag mich natürlich nur lückenhaft erinnern, aber geblieben ist das Bild eines Gebäudes mit viel dunklem Holz. Auch erinnern mag ich mich dass relativ starre Regeln galten. Ich war die meiste Zeit in einem oberen Stockwerk untergebracht, in Erinnerung war ist mir ein grosser und luftiger Raum mit grossen Fenster. Es müsste am südwestlichen Ende des Gebäudes gewesen sein. Beim essen ist mir lediglich in Erinnerung geblieben dass es viel Suppe gegeben hat und die mir nie geschmeckt hat. Hatte bei meinen Sachen immer eine grosse Sammlung mit leeren Medikamentenschachteln, die hab ich immer von einer Schwester bekommen. Irgendwann hat ein älterer Knabe meine schönste Schachtel aus dem Fenster geworfen, was von mir ein riesen Geschrei auslöste. auch habe ich bei einem Besuch meiner Eltern LEGO bekommen, dabei waren ganz neue Räder mit Gummireifen.

Ich kann mich an sehr viel in meinem Leben erinnern, auch schon von frühester Kindheit. Es sind auch noch mehr Erinnerungen an meine 16 monatige Heimelizeit. Allerdings kann ich mich nicht an schlimme Zustände erinnern.

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