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FrageIst das Arbeiten in Kinderkrippen noch attraktiv? Wie geht es euch?

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Ich möchte gerne eine Diskussionsrunde starten. Seit jahrelangem Arbeiten in Kinderkrippen merke ich immer mehr den Frust und die Unlust der Mitarbeitenden in diesem Job. Einige Gründe dafür:

- Wenig Personal zur Verfügung (Leitungen können gar nicht mehr einstellen/Finanzen)
- Zuviel Admin-Arbeiten und das Anleiten der Lernenden...was die Arbeit mit den Kindern belastet
- RIESEN Verantwortung und dementsprechend meist wenig Lohn
- Immer mehr Richtlinien, die das Arbeiten mit Kindern fast unmöglich machen..wie z.B. dass Praktis keine Kinder mehr abgeben dürfen, etc.
- Krankheiten des Personals...immer mehr Ausfälle
- Beruf ist als Frau um 30Jahre nicht mehr attraktiv (eigene Kinder, Lärmpegel, etc.)

Solche und viele andere Zweifel höre ich immer mehr in den Kantonen Zürich, Aargau, Zug und Luzern. Wobei die Anforderungen ganz anders sind in den jeweiligen Kantonen.

Wie geht es euch in dem Beruf? Bin gespannt auf Antworten und Tipps von Fachpersonen die dies nicht so wahr nehmen und ein professionelles Team haben, welches motiviert arbeitet.
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9 Antworten

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Ich bin Krippenleiterin und arbeiten nun seit 20 Jahren in diesem Beruf. Erst ein Praktikum, dann Ausbildung, 10 Jahre Gruppenleiterin und nun eben als Krippenleiterin, mit den dementsprechenden Weiterbildungen.

Mir hat die Arbeit immer Spass gemacht und ich finde den Beruf nicht als Belastung. Es ist streng und hat hohe Anforderungen an einem selber, ganz klar. Doch für mich immer toll. Auch jetzt mit einer eigenen Familie übe ich meinen Job gerne aus und gebe meine Erfahrungen weiter.

Ich habe immer Lehrlinge ausgebildet und merke vor allem da, dass die Motivation stark abgenommen hat. Die Lehrlinge sind unmotiviert, es fehlt an Kreativität und sie sind nicht mehr belastbar und viel krank. ( natürlich gilt dies nicht für alle, aber ich höre oder erlebe es immer mehr )

Mein momentanes Team, vor allem die qualifizierten Mitarbeiter sind sehr motiviert. Wir haben eine gute Stimmung.
Klar, ich versuche gute Anstellungsbedingungen zu schaffen, angemessene Löhne zu zahlen, bin für mein Team da, biete interne und externe Weiterbildungen und Coachings an und lebe im Alltag vieles aktiv vor, damit das Team auch weiss, worums geht.

Wenn ich in die Zukunft schaue, dann würde ich mir wünschen, dass die momentane Ausbildung zur FaBe überdacht und angepasst wird, denn da sehe ich klare Mängel und viel Wissen geht verloren, wird nicht mehr unterrichtet.
Auch die IPA schwächelt in meinen Augen und es müsste klar wieder eine externe Expertin die Kandidatin prüfen, so wie das auch in vielen anderen Berufen der Fall ist.

Denn nur so und natürlich mit professionell geführten Krippen mit gut geschultem Personal bringen wir eine konstante Qualität in Krippen, so dass es den MA Spass macht und sie das auf die Kinder übertragen.
Hütedienst in Krippen sollte passe sein!
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@ 1976: Du schreibst:"Ich habe immer Lehrlinge ausgebildet und merke vor allem da, dass die Motivation stark abgenommen hat. Die Lehrlinge sind unmotiviert, es fehlt an Kreativität und sie sind nicht mehr belastbar und viel krank. ( natürlich gilt dies nicht für alle, aber ich höre oder erlebe es immer mehr )"

Dann stimmt aber etwas mit der Rekrutierung nicht. Und wenn Auszubildende und überhaupt Mitarbeiter viel krank sind, muss man sich als AG die Frage gefallen lassen, warum das so sein könnte. Mir kommt da spontan in den Sinn: Dauernde Überforderung in Folge Personalmangel, schlechte Stimmung im Team, fehlende oder mangelnde Wertschätzung durch den AG, zunehmende Verdrängung der eigentlichen Arbeit durch immer mehr zusätzliche und branchenfremde Arbeiten.

6 Kommentare Sortierung: Neuste Bewertung Chronologisch

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es braucht Ausdauer, Wille und das Ziel vor Augen..mehrere Praktika finde ich nicht unbedingt negativ..dadurch konnte ich einige Erfahrungen sammeln, vergleichen und mir einges an Wissen für die Ausbildung aneignen.. Natürlich darf dies nicht von den Kitas ausgenutzt werden..
Auch erlebe ich jetzt mit den Lernenden einen grossen positiven Unterschied von solchen mit zwei Jahren Erfahrung vor der Ausbildung..
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das stimmt allerdings.
Es ist halt auch viel Arbeit, einen Lehrling richtig auszubilden. Ich habe 3 Lehrlinge und mache das sehr gerne, gerade weil ich es wichtig finde. Aber leider sind viele Krippen nicht so, haben eventuell sogar nur PR Stellen. Ist halt günstig und sie sind 100% im Betrieb...
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Es gibt ja auch leider viel zuwenig Lehrstellen in Krippen. Ich kenne einige welche zwei oder drei Jahre Praktikum gemacht haben, bis sie eine Lehrstelle gefunden haben.
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ja, nur findet man immer weniger Praktikanten, oder dann sind es die, die keine Lehrstelle gefunden haben...
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@1976, die Ausbildung wurde zwar geändert, jedoch bestehen doch die meisten Krippen auf ein Praktikum. Deshalb denke ich schon dass man eigentlich weiss was in diesem Beruf erwartet wird. Ich denke auch dass den Jungen zum Teil heute ein wenig der Durchhaltewille fehlt.
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Ja oft ist die Mehrbelastung sicherlich durch den Personalmangel, der in vielen Krippen herrscht.
Ich denke aber auch, dass durch die geänderte Ausbildung man ja kein Praktikum mehr machen muss, viele einfach nicht wissen, was auf sie zukommt. Viele meinen, dass es mehrheitlich Hüten und Spielen ist. Dem ist aber nicht so, denn pädagogisches Arbeiten ist sehr anspruchsvoll.

Ich hatte letztes Jahr ein Vorstellungsgespräch von einer frisch diplomierten Erzieherin. Als ich ihr schilderte, was ihre Aufgaben wären und was ich verlange meinte sie nur: das ist ja der selbe Scheiss wie in der Ausbildung. Ich dachte, als GL wird es easyer...tja falsch gedacht und aus wars mit dem Job bei uns...
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Hallo Ich finde auch das es grad für Praktikantinnen sehr schwierig ist. Es gibt so gut wie keine Chance eine Lehrstelle zu bekommen ohne Praktikum. In den Krippen hat es 3 bis 4 Praktikanten und 2 Ausgebildete ev. 1 Lehrling. Die Praktikanten stehen von Anfang an unter Konkurrenz Kampf um 1 Ausbildung Platz das führt automatisch zu Unstimmigkeiten. Zu dem sollen diese Jungen Menschen schon als volle Betreuungspersonen mitarbeiten. Wenn man viel glück hat macht man nur 1 Jahr Praktikum aber meistens 2 das heisst bis man mal fertig ist mit der Ausbildung sind schon bereits 5 Jahre vergangen bei sehr schlechter Bezahlung. Ich denke daher sind viele auch nicht mehr motiviert bis Sie endlich mal anfangen können Geld zuverdienen . Hab das grad mit meiner Tochter durch, weiss von was ich rede.

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Meine Tochter hat auch eine schlechte Erfahrung in der Krippe gehabt. Sie hat 2 Jahre Praktikum, leider ohne Erfolg gemacht. In der Krippe wo sie gearbeitet hat, waren 3 Praktikanten und eine Lehrling, Meine Tochter hat viel PUTZ Arbeit müssen erledigen. Sie hat den Job aufgegeben und ist wieder in der Schule gegangen. Sie hat aber 2 Jahre verloren.... ja schon nicht ganz , sie hat gelernt, was die Arbeitwelt sein könnte. Persönlich meine ich dass meine Tochter als "billig Personalkraft " benutzt worden war.
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ja das ist leider so. Aber zum Glück gibt es auch andere Krippen.
Wir haben zwei Kindergruppen mit Insgesamt 22 Plätzen.
Wir haben die Krippenleitung mit 60%, dann 380% Gruppenleiterinnen und Miterzieherinnen 3 Lehrlinge und 150% Praktikumsstellen.

Aber nicht vergessen, andere Ausbildungen gehen auch 4 Jahre, zu den selben Lohnbedingungen... ist halt eine Ausbildung!

4 Kommentare Sortierung: Neuste Bewertung Chronologisch

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4000.- direkt nach der Ausbildung, das finde ich gar kein schlechter Lohn.
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Einer Miterzieherin 4200.- einer Gruppenleiterin 4500.- jeweils ohne Ausbildungsverantwortung ( in unsere Krippe )
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4000 CHF nach der Ausbildung
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@1976: was ist denn der Anfangslohn einer FABE direkt nach der Ausbildung?
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Ich muss sagen, wie erschrocken und sprachlos ich doch über die Verharmlosung einiger Zustände in den Krippen hier bin.
1976: ich frage mich wie selbstherrlich man sein muss, um sich als Über-Krippenleiterin hier darzustellen. Das lässt mich allein schon an deine Kompetenzen zweifeln, denn Bescheidenheit ist eine Tugend. Und niemand sollte vergessen, wo seine Wurzeln liegen bzw. wie man selbst als Praktikant begonnen hat.
Ich habe selbst gesehen, was hier für katastrophale Zustände in einer Schweizer Grossstadt in einer Krippe herrschen, welche hauptsächlich von Lernenden und Praktikanten geführt wird. Die meisten ausgebildeten Leute gehen dort nach kurzer Zeit wieder. Das Konzept hört sich wirklich gut an, aber Papier ist eben geduldig.
Und eins noch dazu: Es geht hier um den sozialen Bereich, da sollte man doch das Gehalt an die 2. Stelle setzen. Denn nur Überzeugung und ein gutes Team hilft doch durch die stressigen Zeiten in diesem Job.
Also ich verzichte gern auf 200 CHF , wenn ich mich als Erzieherin dort wohl fühle.

1 Kommentar

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@1971 ich verstehe deinen Text nicht. Wo habe ich mich denn deiner Meinung nach als Überkrippenleiterin dargestellt? Natürlich habe auch ich einmal als Praktikantin angefangen und mag mich noch sehr gut daran erinnern...
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Es ist nicht mein Forum aber es war meine Frage an kompetente Fachleute und deren Erfahrungen. Wenn jemand die Antworten von 1976 etwas verfolgt sieht er/sie, dass sie weiss wovon sie redet und dass ihre Erfahrung gross ist. Sie hat mir mit ihren Antworten sehr weitergeholfen und mich motiviert, trotzt teilweise nicht sehr optimalen Zuständen das Beste zu tun und zu optimieren.

Anklagen ohne viel Niveau finde ich absolut unpassend! Zudem kann der eigene Selbstwert wahrscheinlich nicht sehr gross sein wenn über andere hergezogen werden muss. Das ewige kritisieren an anderen. An sich selbst arbeiten wäre wahrscheinlich sinnvoller und die Zeit besser genutzt.

Als letztes: Wenn gute Arbeit geleistet wird, soll man sich dies auch Wert sein und eine dementsprechende Bezahlung gefordert werden.

Wenn in Krippen schlechte Sitten herrschen, soll jeder tun was getan werden muss um dies zu ändern. Handeln statt an anderen rum nörgeln. Los...

1 Kommentar

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danke
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Hey Juno

Mir geht es momentan so; nach drei Jahren Lehre und 6,5Jahren GL habe ich mich nun entschieden Nanny zu werden.

Dabei verdiene ich vergleichbar, habe viel Zeit (und Nerven) fürs Kind und kann es so begleiten wie ich es als wertvoll erachte.

Seit ich die "Last" des Drucks und der Verantwortung in der Kita nicht mehr habe, habe ich mehr Ressourcen für private Kontakte, welche die letzten knapp 10 Jahre echt gelitten haben.

Mein Fazit: Kita ist für mich (30, w ??) nicht besonders attraktiv. Ganz klar möchte ich aber betonen; ich finde es gibt härtere Jobs als FaBe, aber auch solche, die easier sind.

LG, Crissy
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Ihr sprecht mir aus der seele. Ich habe meine job auch immer geliebt. Ich arbeite nun seit 16 jahren im beruf... und merke immer mehr, dass es den mitarbeitern an herzblut fehlt. Einen teamzusammenhalt vermisse ich auch zunehmend und vor allem ein hohes pädagogisches niveau. Es ist ein reines fordern von den mitarbeitern, aber nur wenige wollen auch was geben.
Die ausbildung verliert in den letzten jahren stark an qualität und alle möchten gleich gl werden, ohne zuvor einmal erfahrung gesammelt zu haben.
Als kl wird es extrem schwer ein team zu führen, da sich nur noch wenige führen lassen wollen.
Es ist für mich sehr schwer vorstellbar weiter in diesem beruf zu bleiben... aber es gibt ja mit der erzieher-ausbildung nur wenig möglichkeiten...
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Ich finde es sehr interessant was hier so geschrieben wird - und stelle fest dass "früher" alles besser war, wenn man weiss wie es "früher" war.

Ich habe nach meiner pädagogischen Ausbildung zuerst als Nanny gearbeitet, was ich nicht mehr machen möchte. Dafür bin ich nicht mehr flexibel genug, und auch aus anderen Gründen.

Nach ein paar Jahren in der Behindertenarbeit suche ich nun seit Monaten eine Stelle als Miterzieherin in einer Kita / Krippe. Ich bin lernwillig und echt motiviert. Aber bisher wurden immer Bewerberinnen bevorzugt, die schon Berufserfahrung in diesem Bereich haben. Das ist sehr frustrierend für mich, vor allem wenn ich hier lese dass man oft Angestellte mit null-Bock-Einstellung hat.

Ich habe aber so gut wie in allen Einrichtungen, in denen ich schnuppern konnte, motivierte und professionelle Teams angetroffen, und fast überall hat es echt Spass gemacht den Tag dort zu verbringen.

Im Übrigen steigen die Anforderungen auch in anderen Berufen. Das habe ich in der Behindertenarbeit extrem erlebt. Ich sehe es durchaus auch als Gewinn an, aber war auch ein Grund dass ich dort gegangen bin.

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