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FrageKind hat Mühe mit Veränderungen - was würdet ihr tun?

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Unsere Tochter ist hochsensibel und hat grosse Mühe mit Veränderungen. Heute haben wir neue Esstisch-Stühle bekommen und ich habe sie zusammen mit ihr montiert. Sie hatte grossen Spass daran und sich über die neuen Stühle gefreut.
Ich wollte dann die alten Stühle in den Estrich bringen und da fing das Drama an.
Sie sagte, dass sie die alten Stühle noch brauche und ich diese nicht weg bringen darf. Sie hat erst geweint und als ich die Stühle trotzdem in den Estrich brachte, bekam sie einen richtigen Anfall. Ich musste den Estrich abschliessen, weil sie die Stühle sonst wieder raus geholt hätte (Estrichtür ist in der Wohnung). Sie hat sich vor die Tür gesetzt und dort etwa eine halbe Stunde lang verzweifelt geschrien, ich solle die Stühle wieder raus holen. Schlussendlich habe ich sie geduscht und völlig erschöpft ins Bett gebracht, wo sie sich in den Schlaf geweint hat. Ich fühle mich so schlecht und weiss genau, dass sie morgen dort weiter macht. Bin ich unsensibel oder muss meine Tochter akzeptieren, dass wir jetzt neue Stühle haben? Ich blicke gerade nicht mehr durch. Für sie ist es so wahnsinnig schlimm, dass ich ihr die alten Stühle weggenommen habe. Was würdet ihr tun?
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7 Antworten

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Hallo liebe jessy1977, würde es deiner Tochter evtl. helfen wenn sie für sich einen der "alten" Stühle nur für sich behalten darf? und selber wählen darf ob sie den Stuhl am Esstisch oder zu sich ins Zimmer nehmen möchte? unsere Tochter ist auch sehr sensibel und ihr hilft es wenn sie für sich persönlich einen Gegenstand der Weg soll behalten darf, evtl. hilft es bei euch auch, viel Erfolg und lieben gruss.

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Ich bin nun nochmals in mich gegangen.
Du hast geschrieben: würde es deiner Tochter evtl. helfen...
Ihr helfen?
Ja, das ist doch das was ich möchte, wo mein Herz ja sagt.
Ich möchte mein Kind unterstützen in seiner Einzigkeit und in seiner Sensibilität.
Ich möchte ihr helfen, mit der Situation umgehen zu können.
Da ist es doch nur logisch, dass sie einen Stuhl für sich behalten darf.
Würde sie keinen Stuhl bekommen, würde sie nämlich nichts lernen. Ausser, dass sie nicht ernst genommen wird und ich keine Rücksicht auf ihre Gefühle nehme. Es spielt doch keine Rolle, um was es geht. Für SIE ist es SCHLIMM, wenn die alten Stühle weg müssen. Für mich nicht.
Aber ich möchte ja SIE unterstützen. Ich kann damit leben, wenn einer der Stühle hier bleibt.
Du kennst ja diese Situationen bestimmt gut. Wenn man ein sensibles Kind hat und von allen anderen immer nur gute Ratschläge wie "Du musst dein Kind abhärten, darfst es nicht so verwöhnen, sonst wird sie es mal schwer haben im Leben".
Ich als Mutter höre doch am besten auf mein Herz, so wie ich es immer getan habe.
Und wäre es wirklich so schlau, ihr alle Stühle wegzunehmen? Könnte es nicht sein, dass sie dann in Zukunft noch viel schlechter mit Veränderungen umgehen kann?
Danke Lalelu, du hast mir den Mut gegeben, auf mein Herz zu hören.
Morgen werde ich mit ihr einen der Stühle aus dem Estrich holen.
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Hallo liebe Lalulu
Danke für deine Antwort.
Natürlich würde ihr das helfen, damit wäre sie zufrieden.
Aber ist das die richtige Lösung?
Mein Kopf sagt: Sie muss damit klarkommen, Veränderungen zu akzeptieren, lass die Stühle im Estrich.
Mein Herz sagt: Hol die Stühle sofort aus dem Estrich.
Tja.
Ich möchte einfach das Beste für sie und denke, dass es besser ist, wenn sie lernt damit umzugehen.
So weh es mir tut, sie so leiden zu sehen.
Als Mutter ist es manchmal echt schwierig, im Interesse des Kindes zu handeln. Weil man es einfach zu gerne hat, um es leiden zu sehen.
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Wie alt ist denn deine Tochter?
Hast du die Hochsensibilität ärztlich abgeklärt?

Ich finde, Kinder müssen lernen mit Veränderungen klar zu kommen, denn die gibt es im Leben immer wieder.
Da werden neue Stühle wohl noch eine sehr kleine Veränderung sein...

Ich finde es gut, hast du deine Tochter in die Arbeit mit einbezogen, da kann sie aktiv mithelfen und sich mit dem Thema auseinandersetzen. So kann sie auch lernen damit klar zu kommen.
Ich würde allerdings die alten Stühle im Estrich lassen. Weg ist weg, dafür hat auch Sie einen neuen Stuhl, der nun ganz ihr gehört. (Je nach Alter spielerisch gestalten)

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Nochmals nachgedacht und zu folgendem Schluss gekommen:
Ich höre auf mein Herz.
Ein Stuhl darf sie behalten, die anderen kann der Nachbar haben.
Sie würde nicht lernen mit Veränderungen klarzukommen, wenn ich ihr die Stühle wegnehme. Es würde das Problem nur verstärken.
Die neuen Stühle findet sie übrigens blöd-ich fand die alten auch bequemer ;-).
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Hallo liebe 1976
Meine Tochter ist 3 Jahre alt.
Nein, die Hochsensibilität habe ich nicht ärztlich abgeklärt.
Aber ich bin mir sicher, dass sie hochsensibel ist und froh, dass ich es weiss.
Somit versuche ich auch, auf sie Rücksicht zu nehmen, möchte sie aber auch auf das Leben vorbereiten.
Für meine Tochter ist diese kleine Veränderung extrem schlimm.
Ich beziehe sie immer in den Prozess mit ein, damit sie es besser annehmen kann. Das funktioniert auch meistens, aber manchmal macht es das Ganze auch noch schimmer.
Ich finde auch, dass es besser ist, wenn die Stühle dort bleiben.
Ich habe auch darüber nachgedacht, dass sie einen Stuhl behalten darf, aber ich möchte sie nicht zu sehr bestätigen.
Kurz vor dem Einschlafen ist der Nachbar vorbeigekommen und hat angekündigt, dass er die Stühle am Samstag abholt.
Natürlich hat das Drama seinen Lauf genommen und sie hat sich wieder in den Schlaf geweint und gesagt, dass er die Stühle nicht abholen darf.
Am Samstag gehe ich mit ihr in die Badi und stelle die Stühle zur Abholung nach draussen :-).
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Ich finde es immer schwierig, wenn Eigendiagnosen gemacht werden. Für mich nicht nachvollziehbar und immer ein Zeichen, dass es einfach manchmal eine praktische Antwort auf ein gewisses Verhalten sein kann.

So wie du schreibst, gehst du in diesem Beispiel total auf deine Tochter ein. Versteh mich nicht falsch, grundsätzlich ist daran nichts verkehrt, jede Mutter will das Beste für ihr Kind.
Aber, sie erreicht so sehr viel bei dir. Du planst so, dass es für deine Tochter stimmt, sie weint so lange, bis sie ihren Willen durchsetzt. Du schlägst dich sogar so breit, dass sie nun einen Stuhl behalten kann, ja du sagst sogar, dass die alten Stühle besser waren als die Neuen...
Deine Tochter scheint mir ein cleveres Mädchen zu sein und sie weiss mit ihren 3 Jahren sehr genau, wie sie dich um den Finger wickeln kann. Schau einfach genau hin und lass nicht alles durch, auch wenn es manchmal hart ist, aber so ist das Leben und es wird, wenn die Kinder grösser werden nicht einfacher....

1 Kommentar

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Weil ich selbst hochsensibel bin kann ich dies gut beurteilen.
Sie hat aber auch viele Charaktereigenschaften von meinem Mann.
Es ist keine Interpretation und auch keine praktische Antwort.
Ja, ich gehe auf meine Tochter ein. Manchmal vielleicht zu sehr.
Und ja, ich will das Beste für mein Kind, aber manchmal ist es schwierig zu wissen, was denn nun das Beste ist.
Wahrscheinlich hast du recht. Habe eben immer auf mein Herz gehört.
Es ist an der Zeit, den Verstand einzuschalten.
Frustrationstoleranz ist heute wichtiger denn je.
Ja, die alten Stühle waren ein wenig bequemer, aber nicht so pflegeleicht.
Ich wollte damit nur ausdrücken, das ich meine Tochter verstehen kann, dass sie die alten Stühle besser findet und die neuen doof.
Inzwischen findet sie die Stühle aber toll, nachdem sie heute darauf gesessen hat. Die alten Stühle möchte sie aber immer noch zurück.
Ich habe ihr keinen vom Estrich geholt. Finde es irgendwie bekloppt.
Ja, sie ist clever, das stimmt. Ich lasse ihr selten etwas durch.
Leider ist ihr Vater da nicht so gut darin. Er erlaubt ihr alles und tut was sie sagt. Er möchte ihr auch einen Stuhl zurück geben und findet es selbst schade, die alten Stühle wegzugeben. Er hat extreme Mühe mit Veränderungen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ;-).
Ich habe dann jeweils wieder das Rebellenmädchen, das die Grenzen sucht, wenn er arbeitet (100%). Wir diskutieren viel über Erziehung, doch er macht immer wieder die gleichen Fehler.
Natürlich merkt unsere Tochter, das wir uns uneinig sind und nützt es aus.
Wir haben deshalb oft Streit.
Was würdest du mir denn raten, wie soll ich mich verhalten?
Morgen hat er frei und möchte ihr einen Stuhl zurück geben.
Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr keinen Stuhl mehr geben möchte.
Er wird ihn ihr geben oder mit mir vor ihr darüber streiten. Nicht so toll.
Tja, und nun?
Meine Tochter sucht die Grenzen und möchte diese auch aufgezeigt bekommen. Regeln sind wichtig für sie.
Weil meine Tochter ihren Vater zurzeit nicht sehen möchte (wenn er frei hat sagt sie, er solle arbeiten gehen und sie möchte nicht, dass er am gleichen Tisch sitzt) erlaubt er ihr dann alles wenn er da ist.
Sie möchte aber genau das Gegenteil von ihm. Dass er immer und immer wieder die Grenzen aufzeigt und sie möchte schauen, ob er standhaft bleibt oder nachgibt. Sie mag ihn nicht, weil er immer nachgibt.
Das versteht er aber nicht oder möchte es nicht verstehen...
Unser Familienleben ist darum zurzeit recht schwierig.
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Hallo schön das Du auf dein Herz gehört hast, du kennst dein Kind am besten und du weißt welches der richtige Weg ist für dich und deine Tochter. Meiner Meinung nach ist dein Herz Weg der richtige. Liebe Grüsse von einer vier Fach Mami

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Hi Finde es super, dass du den Stuhl nicht gibst. Da du die Stühle auch weiter gibst, würde ich, wenn es nochmals zum Thema wird, erklären, dass alle zusammen passen. Das dies so vereinbart ist und dass das nicht ihre Entscheidung ist. Und das ihr nicht soviele Stühle benötigt. Ich würde die Stühle sogar im Beisein der Tochter weitergeben und dann Freude zeigen, dass ihr jetzt wieder mehr Platz habt, dass die Stühle weiterverwendet werden können usw. Vielleicht kann man ja für den neuen Stuhl mit ihr ein tolles Stuhlkissen nähen und das lenkt bestimmt ab.
Es wird noch viele Trennungen im Leben geben und das will gelernt sein. Zu manchen Themen gibt es ganz tolle Kinderbücher (Bibliothek). Vielleicht hilft euch allen eine Familienberatung weiter.
Ich verstehe es, dass es extrem schwierig ist, wenn dein Partner dich nicht unterstützt. Wünsche euch, dass ihr gemeinsam den Weg findet bei der Erziehung.
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Danke, aber ich habe ihr den Stuhl nicht gegeben. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es falsch wäre...
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Das Leben hat noch jeden früher oder später gelernt... ich hätte dem Kind den Stuhl gegeben.

1 Kommentar

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ich nicht, nachgeben ist nicht immer eine gute Lösung.
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@Jessy1977
schwer zu sagen, was ich dir raten könnte.
Wie bei vielen Dingen gibt es in Sachen Erziehung nicht zwingend ein richtig oder falsch. Es ist doch einfach so, dass es schlussendlich für euch als Familie stimmen muss und nicht für die Menschen rundherum.

So wie du schreibst seid ihr euch aber in eurer Familie nicht einig und da würde ich ansetzen. ( Was du sicher auch schon oft getan hast ) Aber ich glaube, nein ich weiss auch aus eigener Erfahrung aus meiner Familie mit Mann und zwei Jungs, dass es eben immer damit beginnt das die Eltern sich einig sind.
Ist das nicht der Fall, dann spielen die Kinder die Eltern aus und das kommt selten gut.

So würde ich halt nochmals mit deinem Mann sprechen, vielleicht könnt ihr gewisse Abmachungen treffen, Kompromisse finden, so dass ihr an einem Strick zieht und als Einheit gegenüber eurer Tochter auftreten könnt.
Dann auch mit eurer Tochter zusammensitzen und die vereinbarten Regeln besprechen, damit die Regeln auch eingehalten werden. Vielleicht auch bildlich mit einem Regelplan oder so, damit auch sie visuell an die Abmachungen erinnert wird.
Rückblicke schaffen, wie war der Tag, die Woche...
Wie du sagst, Kinder suchen die Grenzen und brauchen Regeln und wenn diese nicht ersichtlich, oder nur einseitig ersichtlich sind, dann beginnt das liebe Spiel von Vorne...

Hoffe das Hilft dir weiter oder gibt dir einen Ansporn oder eigene Ideen um Lösungsansätze auszuprobieren. Viel Glück!
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Im Leben wird deine Tochter noch oft erleben, das vieles Neue auf Sie zukommen wird.
Daher würde es schon jetzt, wie du es beschrieben hast nicht einfach sein.
Grenzen austesten ist normal, nur muss Sie auch wissen und lernen das unser Leben vieles beinhaltet. Diese Grenzen kennen zu lernen ist normal. Aber es nervt dich und deine Familie, was nicht gut ist. Spielend in alles deine Tochter ein beziehen ist der erste Schritt. Verteile Mal Aufgaben und Herausforderungen, lass sie Mal alleine etwas machen. Belohne sie Mal mit Kleinigkeiten und setzte Ziele für erreichtes : ein Besuch im Kino, Zoo oder zum Spielplatz.
Im Kindergarten lernen Kinder schnell sich in und mit der Umwelt zu beschäftigen. Hoffe du hast gute Nerven bis dahin.

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