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FrageÜbelkeit in Pflege- und Altersheim, wie soll ich damit umgehen?

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Ich habe eine Frage: meine Oma ist in den letzten Tagen in ein Pflege- und Altersheim gebracht worden. Grundsätzlich bin ich froh darüber, weil es meiner andern Oma (die sie bis dahin daheim betreut hat) Entlastung schafft. Aber als ich sie heute besuchte war ich sehr beunruhigt über ihren Zustand.

Das letzte mal sah ich sie vor einigen Wochen. Es schien ihr recht gut zu gehen... zwar ist mir aufgefallen, dass sie zunehmend vergesslicher wirkt, das fand ich jetzt aber mit vierundachtzig Jahren nichts ungewöhliches... trotzdem konnte sie lachen und schien lebendig und gesund.

Aber als ich sie heute besuchte viel mir auf, dass sie sehr abgelöscht wirkt, müde und abgeschlagen. Der Blick war leer und sie wirkte verloren. Ich dachte erst: das hat sicher damit zu tun, dass die Situation neu ist.

Dann ist mir aufgefallen, dass sie gerade sehr akut an Übelkeit leidet... sogar das Trinken macht ihr Mühe es stösst ihr auf. Essen kann sie nur wenig, weil sie davon schnell erbrechen muss. Irgendwie dachte ich mir nicht viel dabe, dachte das könnte ja eine Magendarm-Geschichte sein.

Erst jetzt im Nachhinein mache ich mir Sorgen. Weil ich mich Frage: könnte ihr Zustand auch so sein, weil man ihr (zu viel) Medikamente verabreicht? Auch aufgefallen ist mir, dass sie starke Angstgefühle hat. Sie hat mehrmals nach mir gerufen, als sie z.B. auf der Toilette war - obwohl das Pfelgepersonal anwesend war.

Auch als ich ihr Zimmer verliess, mich liebevoll verabschiedet hatte - hörte ich ganz am Ausgang ihr lautes Rufen. Meine andere Grossmutter erzählte sie rufe ständig. Könne nicht ruhig im Zimmer sein... mir ist auch aufgefallen, dass sie immer wieder nach Hilfe ruft (Hilfeknopf drücken)...

Nun weiss ich einfach nicht ob ihr Verhalten "normal" ist? Sie schien in ihrem gewohnten Umfeld so lebendig und glücklich? Und jetzt völlig verängstigt und auch die Übelkeit macht mir bedenken. Wie soll ich damit umgehen? Soll ich das einfach beobachten? Kann es sein dass sie zu viel oder die falschen Medikamente bekommt? Oder Medikamente statt Gesprächstherapie? Sie wirkte auf mich wie ein entwurzelter Baum... meine grösste Sorge ist, ob sie dort wirklich fachgerechte Behandlung bekommt. Ich währe sehr froh um Eure Erfahrungen, Tipps und Feedbacks wie ich mit der Situation umgehen kann.

Lieben Dank

Melodie
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Pflegeheim

5 Antworten

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Ich würde mich beim Pflegepersonal erkundigen. Sicher geben die gerne Auskunft. Wie alt ist die Grossmutter ?

1 Kommentar

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Danke für Deinen Input.

Meine Oma ist jetzt 84ig. Was mich sehr verwundert. Sie konnte in ihrem gewohnten Umfeld ohne Gehhilfen umhergehen... das war vor. ca. 6 Wochen... jetzt aber hatte sie einen Rollator und konnte ohne fremde Hilfe keine paar Meter mehr laufen. Einfach über diesen rapiden Abstieg der Gesundheit hab ich mich sehr gewundet.

Ja, sie haben das auch angeboten. Mir kam aber erst zu Hause in den Sinn, dass ich da näher hätte nachfragen sollen. Gerade wegen der Medikamente. Meine Oma hat einen heiklen Magen, sie hatte mal einen Darmverschluss mit anschliessender Op. Was aber durch gut Ernährung (von der andern Oma) gut aufgefangen wurde.
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Einen lieben Menschen in eine Institution geben zu müssen, ist kein einfacher Schritt. Aber häufig die einzige Möglichkeit, damit die anderen Menschen welche sich vor dem Eintritt um diese Person gekümmert haben, nicht selber krank werden! Wende dich wie schon von der Oma empfohlen an das Pflege- und/ oder Ärztepersonal. Gib deiner Grossmutter, dir und dem ganzen Personal vom Heim noch etwas mehr Zeit. Einen Umzug ins Heim ist eine grosse Umstellung für alle und wenn deine Grossmutter unter Gedächnisschwierigkeiten, vielleicht sogar unter einer Demenz leidet, dann ist es für sie doppelt schwierig. Was deiner Grossmutter sicher hilft beim Eingewöhnen besuche sie regelmässig und sage/zeige ihr wie gern das du sie hast.

1 Kommentar

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Liebe Katharina81

Ja, das ist so. Wobei ich bin da grundsätzlich nicht ängstlich... verbinde mit Heimen eine grundsätzlich positive Grunderfahrung. Ja, es kann die erste Eingewöhnungphase sein. Ich werde versuchen ruhig zu bleiben. Aber trotzdem mal nachzufragen, einfach um mehr zu den Details zu erfahren. Einfach etwas beobachten und versuchen regelmässig bei ihr zu sein. Sie erwähnte wie froh sie ist dass ich da bin... das fand ich süss... war sicher was "Vertrautes". Dass ich sie gern hab, hab ich ihr gesagt und gezeigt und auch gesagt dass alles ok ist... das die Gefühle ok sind, dass sie ok ist so wie sie ist.

Danke für deine Gedanken :)

Melodie
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Das Personen mühe haben sich in neuer Umgebung zurecht zu finden ist normal, aber diese Hilferufe sind mir schon einwenig sehr suspekt und würden mich zum handeln bewegen. Vor allem familienintern und auch mit der Heimleitung. Was berichtet denn Deine Grossmutter wenn Du sie darauf ansprichst?

Geht es hier um ein CH oder D Altenheim? Bei zweitem wäre ich sehr beunruhig und würde noch einmal mehr hin sehen. Habe erst letztens eine Reportage über Heime in D gesehen. Es war unmenschlich und einfach grauenhaft!!! Auch in der CH gab es ein oder zwei Fälle von Misshandlungen im Altenheim aber nicht so verbreitet wie in D.

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Es ist ein CH-Heim... es ist sehr modern und grosszügig ausgestattet, wirkt von der Infrastruktur her sehr zeitgemäss.
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Hallo D.

Erst mal danke für Deine wertvolle und ehrliche Antwort hier. Ja, ich habe solche Berichte auch gelesen. Grundsätzlich wirkte das Heim sehr seriös und auch professionell. Ich habe aber meine Oma natürlich gefragt wovor sie Angst hat. Sie meinte vor der Nacht, vor dem Schlafen... ich fragte sie warum sie Angst hat vor der Nacht. Sie hat dort ziehmlich lange überlegt. Meinte dann, sie habe Rückenschmerzen wenn sie aufwacht. Ich habe dies dann dem Personal gemeldet. Die Reaktion der Pflegerin machte mich etwas "stutzig", weil ich das Gefühl hatte sie nimmt diese Angst nicht an oder ernst, sondern quittierte eher mit einem "das sei ihr bekannt", wirkte dabei aber eher hart und genervt. So genau kann ich es nicht fassen. Ich hatte aber den Eindruck ev. fühlt sich meine Oma da auch nicht ernst genommen oder mit gewissem Vorgehen übergangen? Ich fragte mich auch ob die Rückenschmerzen eher Nierenschmerzen sind, wegen der Medikamente die sie ihr Verabreichen.

Ich werde mich das nächste mal aber Erkundigen, ob ich wissen darf was Sie ihr da an Medikamenten geben. Meine andere Oma ist sehr in der Alternativmedizin daheim und hat immer darauf geschaut dass Oma keine Chemie zu sich nimmt. Sie ist sich sowas überhaupt nicht gewöhnt... mir kam der rappide Abstieg ihrer Gesundheit einfach sehr suspekt vor. Ich werde schauen dass ich sie bald wieder besuchen kann und auch versuchen auf den Grund zu gehen ob sich das weiter verschlechtert oder ob es mehr die Eingewöhnung ist. Danke für die sehr hilfreichen Zeilen ... und auch den Tipp da genauer zu beobachten. Das werde ich sicher tun. Also ohne jetzt gleich zu verdächtigen. Aber einfach etwas wachsamer beobachten das nächste mal.
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Das tönt alles nicht gut. Auch ich sah oft wie die Menschen in Heimen schnell abgeben, selbst wenn sie sogar aus freien Stücken dort waren. Die Umgewöhnungszeit dauerte meist lange.

Stell Dir mal vor Du wirst dement und immer wenn Du aufwachst ist alles fremd... kann ich irgendwie nachvollziehen, dass das einem kaputt macht. Nichts ist mehr vertraut. Keine Geräusche, kein Geruch. Das mit den Nächten dachte ich mir bereits bevor ich deine Zeilen las. Nachts muss es doch besonders schlimm sein. Das Gefühl von entwurzelt sein stellt sich ein. Hinzu noch die ungewohnte Einnahme von chemischen Medikamenten, also nicht mal mehr dein Körper funktioniert so wie gewohnt. Und dann ruft man um Hilfe und es kommen wieder Fremde, immer wieder Andere, manche sprechen nicht einmal richtig unsere Sprache.
Ich erlebte auch wie ein Mitbewohner auf dem WC klingelte und erst 15 Minuten später erschien das Personal. Für den Wartenden eine Ewigkeit.

Ja, sie ist entwurzelt.

Ich weiss auch nicht wie Du ihr helfen solllst. Vielleicht helfen feste Rituale, vielleicht gar ein Stofftier oder Nachtlampe für die Nacht, ein Kraftkettteli, jeden Tag zur gleichen Zeit anrufen- irgendwas woran sie sich festhalten kann. Etwas Ihr Vertrautes.

Bei meinem Freund war es das tägliche Inhalieren. Er musste es längst nicht mehr tun, aber er hatte so fix eine Aufgabe im Alltag.

Oder eine Frau lismet nun Söcken für den Sohn. Das hatte sie wieder aufgefangen, erzählte mir jmd. kürzlich von ihrer Schwiegermutter, die auch noch nicht lange her eingewiesen wurde wegen Demenz.

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Ich regte damals meinen Freund an, er solle doch seine Lebensgeschichte aufschreiben. Das tat er dann tatsächlich und war für lange Zeit beschäftigt gewesen. Dann wiederum meinte ich, er solle es doch mal den Anderen im Altersheim vorlesen. Auch das machte er dann tatsächlich. Aber er war sehr enttäuscht gewesen, denn manche schliefen ein und niemand war geistig fit genug um es voll und ganz aufnehmen zu können. Selbst sein eigener Sohn wollte seine Notizen nicht lesen. Das war die allergrösste Enttäuschung. Ich hätte es noch so gern gelesen, aber in seiner Enttäuschung hatte er es wieder vernichtet.
Dennoch würde ich das weiterempfehlen: Seine Lebensgeschichte aufzuschreiben für die Nachkommen. Oder alle alten Fotos zu beschriften.
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Und irgendwie fehlt doch der Lebenssinn. Zu wissen es ist die letzte Station...

Mein Freund klagte oft er habe niemand dort der es geistig mit ihm halten könne und es ekle ihn immer beim Essen ausgerechnet den geifernden Kerl gegenüber zu haben... immer die gleiche braune Sauce...manchmal nerven eben dann die kleinen Dinge. Alles ist immer gleich, wer wo sitzt, was man spricht, wer wann auftaucht... es ist immer ein warten auf das Essen und ein Warten um ins Bett zu können. Besucher gibt's am Anfang viele, mit den Jahren kaum noch.

Als dann seine Augen nicht mehr mitspielten, seine Hände nicht mehr wollten... ich begriff seinen Wunsch "zu gehen". Es dauerte noch neun Jahre bis er erlöst wurde. Der Kopf blieb fit bis zum Schluss.
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Gruezi Melodie,

ich habe gerade deine Zeilen gelesen, und wollte dir erstmal sagen, dass ich es toll finde, dass du dich um deine Oma kümmerst. Leider kommt dies heute nicht mehr so häufig vor.
Ich kenne diese Situationen, wie du sie beschreibst sehr gut. Ich arbeite als gesetzlicher Betreuer in D ( in der Schweiz vergleichbar dem Beistand) und habe oft beobachtet, dass Menschen sich in Einrichtungen verändern. Aus meiner Sicht ist dies auch absolut nachvollziehbar. Genau wie Aargauerin schreibt .. Sie ist entwurzelt.. wahrscheinlich war es nicht ihr Wunsch in ein Pflegeheim zu gehen... Viele Dinge, die bis dato ihr normales Leben bedeuteten sind nunmehr nicht so, wie sie vorher waren.
Ich versuche meinen Menschen immer möglichst viel von den alltäglichen Ritualen weiterhin auch in der Einrichtung angedeien zu lassen. Oftmals sind es kleine Dinge.. Der Duft von Kaffee aus der eigenen Brühmaschine.. er ist anders als wenn ich einfach nur eine eingeschenkte Tasse Presskaffee an meinen Tisch gestellt bekomme. Die damit verbundenen Geräusche .. Sie fehlen einfach in der Wahrnehmung.

Es fehlt mein Halt... Meine Stabilität.. Mein Leben.. Die Berührung der anderen Oma, wird nunmehr auch nicht mehr so oft dasein wie vorher ... Auch hier verändert sich der Ablauf, das Gefühl... Man darf nicht vergessen, wie wichtig all dieses auch für uns ist. Wir nehmen es zumeist nicht immer wahr. Ich merke es bei mir, wenn ich mal einen oder zwei Tage woanders schlafe.. Alles ist da, was ich brauche.. Bett , Kissen etc.. aber es ist nicht mein gewohntes Bett, meine gewohnte Umgebung etc.
Ich achte stets darauf, dass ich so viele persönliche Gegenstände wie eben möglich dem zu betreuenden Menschen mit in seine neue Umgebung gebe, damit diese ihr/ihm helfen ein Stück Vertrautes bei sich zu haben. Hatte sie Lieblingsbilder ? Lieblingsmusik ? Die Puppe vom Regal.. Lieblingsschoki? Das rote Kissen von der Enkelin etc.

Ich würde dir auch empfehlen, dich vielleicht mal mit dem sozialen Dienst der Einrichtung in Verbindung zu setzen. Auch hier würde ich offen deine Beobachtungen und auch Gedanken schildern. Ebenso würde ich versuchen Kontakt zu anderen Angehörigen zu bekommen. Vielleicht kann auch hier ein Austausch sinnvoll sein.

Ein Pflegeheim ist generell nichts schlechtes, allerdings bedeutet es eine massivste Veränderung im Leben.. Für alle Beteiligten.

Und eins finde ich noch wichtig zu sagen...

Jede Qualität der Arbeit mit Menschen steigt und fällt mit der Motivation desjenigen der sie ausübt...

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